- Status: Ausschreibung
Hintergrund
Die digitale Sicherheit steht durch die Entwicklung rechenstarker Quantencomputer vor einer neuen Herausforderung, da viele der derzeit verwendeten kryptographischen Verfahren zu brechen drohen. Obwohl bereits länger Algorithmen im Rahmen der Post-Quanten-Kryptographie (PQC) als vielversprechende Vorsichtsmaßnahme untersucht werden, stellen Schwachstellen in praxisrelevanten, physischen Implementierungen von Kryptosystemen, sogenannte Seitenkanalangriffe, eine zusätzliche Bedrohung dar. Diese Angriffe können selbst kryptographisch sicher modellierte Verfahren gefährden, indem sie zusätzlich Informationen korrelieren. So werden der Stromverbrauch, Zeitmessungen oder elektromagnetische Emissionen genutzt, um geheime Schlüssel zu rekonstruieren.
Zielstellung
Das Ziel des Programms SCA4PQC ist es, kryptographische Verfahren zu entwickeln, die gegen mathematische Angriffe von klassischen und Quantencomputern, und zusätzlich gegen sämtliche gängige Seitenkanalangriffe nachweislich widerstandsfähig sind. Der Fokus liegt auf der Entwicklung effizienter Gegenmaßnahmen, die ganzheitliche Seitenkanalresistenz gewährleisten, um auch zukünftigen Bedrohungen durch neue Seitenkanaltechniken standzuhalten. Das Programm will sicherstellen, dass die entwickelten Kryptosysteme in realen Anwendungen praktikabel und sicher bleiben.
Disruptive Risikoforschung
Das Forschungsvorhaben zielt darauf ab, technologische und sicherheitsrelevante Durchbrüche frühzeitig zu identifizieren, um bestehende Systeme grundlegend im Kontext der Post-Quanten-Kryptologie durch die Entwicklung neuer Methoden abzusichern. Die Erkennung und Abschwächung von Risiken, die durch die Kombination neuer quantenbasierter Angriffe und fortschrittlicher Seitenkanaltechniken entstehen könnten, wird entscheidend sein, um möglichst viele Angriffsvektoren zu antizipieren und robuste Lösungen zu entwickeln, bevor die Technologien zum breiten Einsatz kommen.